SAN ANTONIO TB – Der Kommissar aus Paris
Taschenbücher

Verlag: Bastei Verlag, Bergisch Gladbach
Anzahl der Bände: 22
Anmerkungen: Übersetzungen aus dem Französischen
Erscheinungszeitraum: 1973 bis 1975
Erscheinungsweise: Alle 4 Wochen
Preis: DM 2,80 | Format: 11,5 x 18 cm | Umfang: ca. 160 Seiten
Inhalt der Serie
Der Titelheld Antoine San Antonio ist nicht nur ein attraktiver Frauenheld, sondern auch Pariser Kommissar und gerät immer wieder in absurde Abenteuer. Dabei nutzt er gerne seine Kontakte zur Unterwelt und hat immer Zeit für ein Liebesabenteuer.
Sein Stellvertreter Inspektor Alexandre-Benoit Bérurier (Kurz: Béru) ist genau das Gegenteil: Übergewichtig, ungehobelt und etwas begriffsstutzig. Für ihn hat San Anonio ständig neue Spitznamen. Der perfekte Sidekick, der rasch zum Liebling der Leser wurde.
Das ungleiche Paar muss meistens Fälle lösen, die ihnen “der Alte”, alias „Achille“, der Chef der französischen Polizei, erteilt. Weiteres im Team: der kränkliche, aber weise Inspektor César Pinaud, sowie der französisch-afrikanische Detektiv Jérémie Blanc.
Hintergrund-Infos
Die Romane waren Übersetzungen und kamen aus Frankreich. Dort gab es rund 170 Bände. Sie waren in der Ich-Form aus der Sicht des Titelhelden geschrieben. Lange Zeit wusste niemand, welcher Autor dahinter steckt. Bis zu einer Million Mal gingen manche Bücher über die Ladentische. Sie gehören bis heute zum französischen Kulturgut.
Die Übersetzer hatten keinen einfachen Job. Die Originaltexte waren für ihre sprachliche Extravaganz gefürchtet. Es wimmelte vor farbenfrohen Wortspielen, schrägen Formulierungen und selbst erfundenen Slangwörter. Dieser Schreibstil war sogar Gegenstand wissenschaftlicher Analysen. Den Namen SAN ANTONIO guckte sich der Autor übrigens auf einer Landkarte der Vereinigten Staaten ab.
Bastei begnügte sich damit, eine Auswahl von 22 der damals verfügbaren Romane zu veröffentlichen. So wurde z.B. auf die ersten Geschichten verzichtet, die bereits ab 1949 entstanden. Sie spielten während des Zweiten Weltkriegs. San Antonio agierte darin als verdeckter Ermittler der französischen Widerstandsbewegung Résistance. Später wurde die Serie immer extravaganter und entwickelte sich in Richtung Satire und schließlich zur absoluten Parodie.
Eigenes Lexikon mit 15.000 Einträgen
1993 veröffentlichte der Autor ein eigenes SAN ANTONIO-Lexikon auf über 600 Seiten (siehe Extras Galerie). Zu den 15.000 Einträgen zählten von ihm erfundene Begriffe, Lehnwörter aus Fachjargons und Wortspiele. Episoderführer, fiktive Orte, Biografien der Nebenfiguren und deren Spitznamen. Darunter alleine 1.300 für den dicken Béru. Ein eigenes Kapitel widmete sich den erotischen Szenen mit Index von über tausend Liebesstellungen.
Comics, Rätselbände und Spielfilme
Seit den 1960er Jahren gab es immer wieder neue SAN ANTONIO-Comic-Adaptionen und eigene Rätselbände. “Kommissar, Sie riskieren zu viel” (1966) war die erste von vier Kino-Verfilmungen. Die letzte: “San Antonio” (2004) mit Superstar Gérard Depardieu als dicken Béru. Eigentlich sollte er die Rolle des San Antonio spielen. Da er aber nicht genug Gewicht abnehmen konnte, wurde kurz vor Drehbeginn umbesetzt. Der Film floppte allerdings.
e-Books in Staffelboxen
Die Originalromane wurden in Frankreich oftmals neu aufgelegt. Als e-Books erschienen sie zuletzt in Staffeln. Jede Stafel enthielt die Bände aus einem Jahrzehnt ihrer Entstehung (z.B. 35 Krimis die zwischen 1960 und 1969 entstanden).
EXTRAS-GALERIE (10 Bilder)
Bild 01-02: Filmplakate 1966 und 2004
Bild 03-05: Autoren-Biografie, Lexikon und e-Book-Staffel
Bild 06-08: Comics und Rätselband
Bild 09-10: Beispiel Originalbuchausgaben
Für mehr Infos einfach mit der Maus über die Bilder fahren oder anklicken. Für weitere Bilder die Punkte darunter anklicken.
Der Autor
Frédéric Dard (1921-2000) war zu Lebzeiten der weltweit meistverkaufte französischsprachige Autor. Manche Romane wurden in 35 Sprachen übersetzt. Dazu verfasste er Theaterstücke, Hörspiele, Film-Drehbücher. Seine größten Hits waren aber die humorvollen SAN ANTONIO-Bücher.
Dard hatte von Geburt an einen verkrüppelten linken Arm. Er wurde in der Schule gemobbt. Litt unter “depressiven Episoden”. Das Schreiben half ihm, seine Ängste zu überwinden. Mit seiner ersten Frau Odette hatte er zwei Kinder: Sohn Patrice und Tochter Elisabeth. 1965 zerbrach die Ehe. Gefolgt von Burnout, Selbstmordversuch…
1968 ging es endlich wieder bergauf: Heirat mit Françoise, der Tochter seines Verlegers. Gemeinsamer Umzug in die Schweiz. Töchterchen Jacqueline kam 1970 zur Welt. 1983 der Schock: Joséphine wurde entführt! Lösegeld: Zwei Millionen Franc. Dard zahlte, seine Tochter kam frei. Die Gangster wurden erwischt, fassten 18 Jahre Zuchthaus. Die Ironie: Dard arbeitete zu dieser Zeit an einem Entführungs-Krimi…
Unter seinem echten Namen schrieb er auch ernsthafte Kriminalromane. Dass SAN ANTONIO und Frédéric Dard dieselbe Person waren, kam er später ans Licht. Ab 1979 veröffentlichte er alle seine Bücher unter dem Namen San Antonio, auch jene die nicht Teil der Serie waren. Über ihn erschienen mehrere Biografien. Eine französische Internetseite bietet ein Füllhorn an Material von und über ihn: https://toutdard.fr
Nach seinem Tod im Jahr 2000 führte sein Sohn Patrice die SAN ANTONIO-Serie bis 2016 fort und verwirklichte noch 28 Bände und sieben Comic-Alben. Sein letztes Interview gab Dard übrigens am Friedhof von Saint-Chef. Ein Plätzchen war dort bereits für ihn reserviert. “Man hat hier einen herrlichen Blick auf den Mont Blanc”, scherzte er damals. Auf dem Grabstein steht heute: “Frederic Dard bekannt als San Antonio”.
SAN ANTONIO TB – Titelliste (1973-1975)
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Letztes Update: 6. August 2025
| Nr. | Titel | Jahr | Original-Titel | Übersetzer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Ganz Paris hat Angst vor Louis | 1973 | ||
| 2 | Die elegante Mörder-Tour | 1973 | ||
| 3 | Die Bullen waren mit dabei | 1973 | Du poulet au menu (1958) | F. Brütt-Serusclat |
| 4 | Madame ruft einen Toten an | 1973 | Ça tourne au vinaigre (1956) | F. Brütt-Serusclat |
| 5 | Rendezvous im Haus der Leichen | 1973 | Tu vas trinquer, San Antonio (1958) | F. Brütt-Serusclat |
| 6 | Heiße Tage in Serail | 1974 | Bérurier au sérail (1964) | F. Brütt-Serusclat |
| 7 | Die Falle am Pigalle | 1974 | Le fil à couper le beurre (1955) | Dieter Saupe |
| 8 | Diamanten für Denise | 1974 | Des dragées sans baptême (1953) | F. Brütt-Serusclat |
| 9 | Die Sirene von Nizza | 1974 | Du sirop pour les guêpes (1960) | F. Brütt-Serusclat |
| 10 | Paris ist eine Leiche wert | 1974 | Des clientes pour la morgue (1953) | F. Brütt-Serusclat |
| 11 | Ganz schön abgebrüht... | 1974 | En long, en large et en travers (1959) | Eva Schwarz |
| 12 | Operatin gelungen - Arzt tot | 1974 | Bravo, docteur Béru (1968) | F. Brütt-Serusclat |
| 13 | Das Spiel ist aus, Cherie! | 1974 | Le Gala des emplumés (1963) | Eva Schwarz |
| 14 | Mordgeflüster mit Madame | 1974 | San-Antonio Polka (1963) | F. Brütt-Serusclat |
| 15 | Raffiniert gemacht, Schwester | 1974 | On t’enverra du monde (1959) | F. Brütt-Serusclat |
| 16 | Der Gänsehaut-Coup | 1975 | Faut être logique (1967) | Dieter Saupe |
| 17 | Pardon, wo ist die Leiche? | 1975 | La vérité en salade (1958) | F. Brütt-Serusclat |
| 18 | Todesgrüße aus Paris | 1975 | ||
| 19 | Monsieur, die Schau ist aus! | 1975 | Berceuse pour Bérurier (1960) | Eva Schwarz |
| 20 | Die charmate Hyäne | 1975 | Y a de l’action! (1967) | Eva Schwarz |
| 21 | Unternehmen Luzifer | 1975 | C’est mort et ça ne sait pas (1955) | Eva Schwarz |
| 22 | Dodo spielt falsch | 1975 | Zéro pour la question (1968) | Eva Schwarz |
COVER-GALERIE (15 Bilder)
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