ESSAY – Stammels Jim

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JUPP UND JIM

Zur Authenzität des Romans „Jim“ alias „Kopfgeld 20 000“ oder Wie ein Erfolgsautor seine Leser zum Narren hielt

Ein Essay – von unserem Gastautor Reinhard Windeler


Veröffentlicht: 12.04.2022

Aufstieg eines Trivialautors

1972 erschien im Verlag Herder der Roman „Kopfgeld 20 000“ von Christopher S. Hagen. Zu dieser Zeit wurde schon kein Geheimnis mehr daraus gemacht, dass es sich bei dem Namen des Verfassers um ein Pseudonym handelte und er bürgerlich Heinz-Josef Stammel hieß.

Was verlagsseitig allerdings nicht erwähnt wurde, war, dass Stammel seit Mitte der 1950er Jahre Leihbücher, wie sie damals populär waren, und Heftromane geschrieben hatte.

Einen dezenten Hinweis darauf gibt es zwar im Klappentext seines 1970 bei Econ erschienenen Sachbuchs „Das waren noch Männer“, wo es heißt:

Heinz-J. Stammel ist Autor mehrerer, zum Teil unter Pseudonym erschienener Buchreihen, authentischer Western und soziologischer Studien über die Ereignisse der amerikanischen Pioniergeschichte.

Allerdings benötigte man schon viel Fantasie oder Hintergrundwissen, um zu erkennen, dass damit Leihbücher und Romanhefte bzw. teilweise daraus abgeleitete Bücher mit Sachbuchcharakter gemeint waren.

Porträts von H.J. Stammel

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Konkreter wird der Klappentext zu seinem Lexikon „Der Cowboy – Legende und Wirklichkeit von A-Z“ aus dem Jahre 1972:

Er fand den Weg nach Amerika über eine Wette, ausgetragen zwischen ihm, einem Kultusministerium und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Gegenstand der Wette: Western-Groschenhefte. Die Behörden meinten, sie als Schund verbieten zu müssen; Stammel dagegen wollte beweisen, daß auch bessere Texte geschrieben werden können, wenn man nur wollte. Er machte sich auf in den Westen der USA, sammelte Material an Ort und Stelle und fing selbst an zu schreiben. Was dabei herauskam, war weit mehr als nur Groschenhefte. Es waren viele Sachbücher, u.a. eine 24bändige Reihe über Amerikas Pioniergeschichte, waren authentische Westernromane und zahllose Aufsätze […]

Die 24-bändige Reihe lässt sich bis heute nicht auffinden(1), und seine früheren Pseudonyme wurden damals, Anfang der 1970er Jahre, noch nicht gelüftet. So dürfte nicht nur dem Verfasser dieser Zeilen seinerzeit unbekannt gewesen sein, dass Stammel alias Hagen sich jahrelang insbesondere hinter dem Pseudonym „Robert Ullman“ verborgen hatte(2), das sich mit der Zeit zu demjenigen entwickelt hatte, welches er am Häufigsten verwendete.
Letztlich hatte es Markencharakter bekommen, als darunter nicht nur Romane erschienen, die Stammel verfasste, sondern auch solche, die von dem Schweizer Autor Werner J. Egli stammten. Die beiden waren offenbar so vertraut miteinander, dass Egli seinen Mentor „Jupp“ nennen durfte (und dies bis heute tut, wenn er von ihm spricht).

Einer der letzten Ullman-Romane, deren Verfasser Stammel war, ist „Jim“, der im Februar 1967 als Leihbuch bei Mülbüsch, danach 1968 als Taschenbuch bei Moewig (MOEWIG WESTERN TB 35) und im November 1969 als Romanheft (RODEO WESTERN 407) erschien.(3)

Die Erstausgabe von “Jim”als LB und weitere Ausgaben

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Ein eindrucksvoller Roman

Die Handlung der Geschichte ist schnell erzählt:
Deputy Sheriff Matt Larkin stellt kurz hinter der Grenze zu Mexiko einen des Mordes Verdächtigen namens Jim, auf den eine hohe Belohnung für den Fall ausgesetzt ist, dass er lebend zurück gebracht wird.
Matt hat sein Pferd bereits eingebüßt, und Jims Reittier macht es auch nicht lange. Es folgt ein höllischer Fußmarsch durch die Gila-Wüste. Als die beiden körperlich beinahe am Ende sind, gelingt es ihnen, sechs arglose Apachen zu töten und sich deren Wasservorräte zu sichern. Jim nutzt die Gelegenheit, um den Spieß umzudrehen und Matt die Handschellen anzulegen.

Sie stoßen auf tote bzw. sterbende Goldsucher und entdecken deren äußerst ergiebige Goldader sowie einen verborgenen See, haben aber keine Möglichkeit, das Gold abzutransportieren, sodass sie sich nach einigen Tagen Ruhepause wieder auf den Weg Richtung Zivilisation machen. Mittlerweile hat Jim erkannt, dass es ihm nichts nützt, wenn er Matt in der Wüste umkommen lässt, und ist Matt von der Unschuld Jims überzeugt.
Aber kurz vor dem Ziel schlägt das Schicksal nochmals zu.

Konkreter möchte ich hinsichtlich des Ausgangs der Geschichte aus gewissen Gründen, die sich im Weiteren erschließen, an dieser Stelle nicht werden.

Der Roman beeindruckt durch die – entweder sehr sachkundigen oder ungeheuer gut ausgedachten – Beschreibungen der Wüste und ihrer Gefahren(4) sowie des fortschreitenden körperlichen Abbaus der beiden Protagonisten, außerdem durch die punktgenauen sowie streckenweise psychologisch spannenden und scharfsinnigen Dialoge zwischen diesen beiden sowie durch unzählige Details, die in den Text eingeflochten sind.
Man muss ja als Autor bei einem Szenario mit sehr begrenztem Personal erst einmal in der Lage sein, -zig Seiten zu füllen, ohne sich zu wiederholen, ohne den Leser zu langweilen und ohne in irgendwelche Stereotypen zu verfallen. Das gelingt Stammel glänzend.
So gesehen ist der Roman kein typischer Western, sondern er könnte mit geringen Änderungen auch an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit spielen und würde genauso funktionieren und den Leser packen.

Einige Kostproben

MOEWIG WESTERN TB, Seite 22 bzw. HERDER, Seite 31 (aufklappen!)

Allmählich begann sich die Wüste im Norden mit einem Schein flüssigen Goldes zu überziehen. Die täglichen Farbtönungen des Lichts hatten begonnen, Yukkastaudenblätter warfen Schatten, nicht breiter als Messerschneiden, drahtiges Kerosotgesträuch reckte sein blattloses Gestrüpp aus dem Boden wie die wirren Haarbüschel eines verschütteten Riesen. Als Matt Larkin hoch im Norden der Gila zum ersten Mal diesen penetrant stinkenden Büschen begegnete, war er ihnen ausgewichen, so gut er konnte. Jetzt hatte er nichts dagegen, daß Jim den Wallach mitten durch die Kerosotfelder lenkte.

MOEWIG WESTERN TB, Seite 86 bzw. HERDER, Seite 112 (aufklappen!)

Das Wasser hatte seine Zunge angefeuchtet, aber die Haut des Gaumens fühlte sich, wenn er mit der Zungenspitze vorsichtig an ihr entlangtastete, wie ein schartiges, gewölbtes und halbfertig geschnitztes Stück Brett an. Tief in seinen Lippen begann es zu hämmern; die Zähne schienen Fremdkörper in einem gefühllosen Kiefer zu sein, und unzählige Stellen an seiner Haut brannten. Besonders in den Achselhöhlen hatten sich wunde Knoten gebildet, die einen anhaltenden stumpfen Schmerz bis zu den Nieren ausstrahlten. […]

Mit der Zeit gewöhnte sich Larkin so an die Schmerzen, daß er nach zwei Stunden nicht mehr hätte sagen können, welche Körperstellen am meisten wehtaten. Der Himmel über der Wüste war tiefschwarz wie das Innere eines Sackes und mit funkelnd klaren Sternen übersät. Der kalte Wind war erloschen. Stille herrschte, die nur durch das Knarren des trockenen Stiefelleders, das Knirschen des Sandes oder das knallartige Brechen eines zertretenen Astes unterbrochen wurde.

Für Larkin war es ein ebenso ungewohntes wie immer wieder nervenaufreibendes Gefühl zu wissen, daß die Geräusche, die er hörte, von ihm selbst stammten.

Sobald sie stehenblieben, um zu trinken, gab es Augenblicke, in denen die Stille um sie herum vollkommen war. Dann räusperte sich Larkin und rasselte mit der Handschellenkette, nur um etwas zu hören.

Er nahm die hingereichte Melone entgegen, trank jedesmal, schluckte, empfand Schmerz dabei, als sei das Wasser glühendheiß, und dachte… an ganz andere Dinge. Immer wieder ertappte er sich dabei, daß er schon vieles rein mechanisch tat. Wenn Jim sich hingesetzt hätte und nicht wieder aufgestanden wäre, hätte er sich wahrscheinlich auch hingesetzt und wäre nicht mehr aufgestanden. „Bald werden die Halluzinationen kommen, Matt.“ Die rostige Stimme des Revolvermannes klang wie von weither an sein Ohr. Larkin spürte einen brennenden Zorn in sich aufsteigen, als er bemerkte, daß er eine immer länger werdende Zeitspanne brauchte, um etwas in seiner unmittelbaren Nähe so wahrzunehmen, daß er es erkennen konnte.

MOEWIG WESTERN TB, Seite 48 bzw. HERDER, Seite 67 (aufklappen!)

Er nahm dem Wallach den Sattel ab, legte ihn mit den Säckchen zu Boden und fuhr herum, als Jim hohl auflachte.
„Was gibt es da zu lachen?“
„Ich denke gerade daran, daß du mir jetzt mein Gewehr und den Revolver zurück geben mußt, wenn du es nicht selber tragen willst.“
„Richtig, Jim, aber die Munition werde ich behalten.“
„Fein. In den Satteltaschen sind zweihundert Schuß .44-40er Patronen. Das sind neun Pfund. Und wieviel .45-60er Gewehrpatronen hast du noch?“ „Ungefähr hundert.“
„Ausgezeichnet, das sind noch mal sechs Pfund. Dein Gewehr wiegt zehn Pfund und der Revolver mit dem Gürtel sieben Pfund. Zusammen – hahaha – warte mal – zusammen wirst du also zweiunddreißig Pfund schleppen!“

Aus “Jim” wird “Kopfgeld 20 000”

Etwa seit Mitte der 1960er Jahre scheint Stammel, damals knapp 40 Jahre alt, bestrebt gewesen zu sein, als seriöser Schriftsteller wahrgenommen zu werden. Unter dem neuen Pseudonym Christopher S. Hagen veröffentlichte er Bücher zur amerikanischen Pioniergeschichte, wie es sie in ihrer Mischung aus sachbuchartigem Charakter und erzählendem Text bis dahin in deutscher Sprache kaum gegeben hatte („Feuerroß im Wilden Westen“, 1966; „Faustrecht und Sternenbanner“, 1967;„Mr. Colt“, 1969). Und bald darauf brachte er bei einem angesehenen Verlag ein lupenreines Sachbuch („Das waren noch Männer“, 1970) heraus, für das er erstmals unter seinem bürgerlichen Namen als Autor in Erscheinung trat. Dass er dies bis dahin vermieden hatte, weil der Klang seines Nachnamens für einen Schriftsteller nicht unbedingt vorteilhaft ist, wird man vermuten dürfen.

Mit dem in jenen Jahren erworbenen Renommee, Deutschlands Western-Experte Nr. 1 zu sein, machte er sich daran, einige seiner früheren Romane zu überarbeiten und angereichert mit Zitaten aus vermeintlich seriösen Quellen als „Authentic Western“ erneut auf den Markt zu bringen. Die Bücher erschienen zwischen 1969 und 1974 beim Verlag Herder.

Allerdings vermieden es Verlag und Autor, die Käufer/Leser darüber aufzuklären, dass es für diese Bände Vorläufer gab, die zu einem großen Teil inhaltsgleich waren.

Aus heutiger Sicht erscheint es so, dass durch die Änderungen des Verfassernamens und der Buchtitel ganz bewusst der falsche Eindruck erweckt werden sollte, es handele sich um Neuveröffentlichungen. Dass Stammel dabei nicht nur die Käufer, sondern auch den Verleger getäuscht haben könnte, ist unwahrscheinlich. Denn das würde bedeuten, dass man im Verlag Herder nicht gewusst hätte, was nur wenige Jahre zuvor von anderen Verlagen publiziert worden war. Das erscheint kaum vorstellbar. (5)

Der sechste dieser „Authentic Western“ war im Jahre 1972 „Kopfgeld 20 000“(6), der eine überarbeitete Version von „Jim“ darstellt (und den irreführenden Untertitel „Der Roman einer mörderischen Verfolgungsjagd durch die Wüste Gila“ trägt).

Die Vorworte

Die Vorworte des Leihbuchs (3 Seiten), des Taschenbuchs und der Herder-Ausgabe im Vergleich

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Die Besonderheit beider Ausgaben besteht darin, dass Stammel die Leser daran teilhaben ließ, wie er angeblich auf die darin geschilderte Geschichte gestoßen war. Dazu verfasste er ein vom Herbst 1966 datierendes Vorwort, das sich in der Erstausgabe von 1967 (7) wie folgt las:

Vorwort LB Mülbüsch (aufklappen!)

„PRESCOTT MINER“ vom 21. Juli 1878:
Er schoß sich den Weg zum Erbe frei und erwarb sich einen Platz unter dem Galgenbaum!

„Vorgestern ist Johnny Carruther, Hamp Carruthers Sohn, im Lonesome Valley der Sundown-Ranch bei einer Schießerei mit Jim erschossen worden. Yeah, Jim war der Schütze, der gleiche Mann, den der alte Hamp vor vier Jahren schwer verletzt im Busch fand, gesundpflegte und wie einen Sohn aufnahm, und den er erst vor einer Woche in seinem Testament wie einen eigenen Sohn bedachte: Er vermachte ihm nach seinem Tode die Hälfte der Sundown-Ranch. Scheinbar war das aber dem ehrgeizigen Burschen, dessen Familiennamen man nie erfahren hat, zu wenig. Er nutzte die Unstimmigkeiten zwischen dem alten Hamp und seinem etwas aus der Art geschlagenen wilden Sohn Johnny aus, um sich während der letzten Jahre in ein um so besseres Licht zu setzen, was den Erfolg hatte, daß der alte Hamp ihn zu seinem Erben einsetzte. Einen Viehdiebstahl, der einen Tag vor der Schießerei passierte, benutzte Jim, um seinen „Bruder“ ins Lonesome Valley zu locken und dort niederzuschießen. Er hatte allerdings nicht damit gerechnet, daß Johnnys Freunde Nat King und Bonney Gonzales in der Nähe waren. Als es Bonney Gonzales gelungen war, schwer verwundet in der Dunkelheit zu entkommen, während Nat King mit einem Kopfschuß im Fluß lag, wußte Jim, daß seine Spekulation auf die ganze Sundown-Ranch wie eine Seifenblase geplatzt war. Er tat das einzige, was ihm übrigblieb: er floh.

Sheriff Bill Raines hat seinen besten Deputy, Matt Larkin, auf Jims Spur gesetzt. Hamp Carruther sagte demjenigen eine Belohnung von 20 000 Dollar zu, der den Mörder seines Sohnes lebend nach Jerome zurückbringt. So, wie wir im vergangenen Jahr Matt Larkin als einen Mann kennengelernt haben, der noch immer sein Wild zur Strecke brachte, hat Deputy Larkin das Geld bereits in der Tasche, wenn auch nicht zu vergessen ist, daß Jim vielleicht der härteste Brocken ist, den er sich jemals auf den Teller gelegt haben mag.

Der alte Hamp will Jim persönlich die Schlinge um den Hals legen, und wenn es, wie der todkranke alte Löwe wörtlich sagte, das letzte sein sollte, was er in diesem Leben noch vollbringe. Den Strick für Jim hat er Tag und Nacht auf dem Schoß liegen, wenn er mit seinem Rollstuhl durch seine Wildnis-Residenz fährt. Und in Jerome wartet der Richter, warten zwölf Geschworene und 800 bis in die Stiefel zornige Einwohner darauf, über Jim den Spruch zu fällen. Auch wir in Prescott, die wir wahrhaftig nicht zimperlich sind, was Schießereien betrifft, gönnen Deputy Matt Larkin den Batzen Geld, der für ihn auf der City National Bank bereitliegt, denn wer Wohltaten so beantwortet, ist nicht wert, daß er lebt.“

– Will O’Reilly, Redakteur.

Ich kenne diesen Artikel seit etwa zehn Jahren. Er fiel mir immer wieder bei Recherchen in die Hände, aber ich habe nie gelesen, was aus der Jagd Matt Larkins nach Jim geworden ist. Der „Prescott Miner“ brachte nach dem 21. Juli 1878 nichts mehr hierüber. Da die zeitgenössischen Berichte von solchen Nachrichten über Mord und Totschlag nur so wimmeln und diese Geschichte nach einer ganz normalen „Wildwest Story“ aussah – ich aber hauptsächlich hinter außergewöhnlichen Geschehnissen her bin –, habe ich sie vergessen.

Bis ich vor einem halben Jahr plötzlich auf den Artikel einer längst untergegangenen Wüstenzeitung stieß.

Unter der Schlagzeile „DRAMA IN DER GILA-WÜSTE! – WER IST DER MANN, DER SICH ,JIM‘ NENNT?“ bekam ich im „QUIJOTOA PROSPECTOR“ vom 14. Oktober 1878 etwas zu lesen, das der Phantasie eines opiumsüchtigen Schriftstellers wert gewesen wäre. Aber das, was man dort in eine kleine Artikelserie des Redakteurs hineinpackte, waren Tatsachen.

Es war nicht leicht, aus den fragmentarischen Akten der untergegangenen Stadt Jerome im Yavapai County von Arizona, aus dem Tagebuch Hamp Carruthers und den Untersuchungsprotokollen des Richters Henry T. Upsill, aus den Erinnerungen eines Goldsuchers der später vom Staub zugedeckten Stadt Quijotoa am Rande der Gila-Wüste, aus Lagerfeuerlegende und Wahrheit alle jene Einzelheiten herauszukristallisieren, die für eine Story notwendig sind. Als aber zu guter Letzt noch das 1909 in El Paso, Texas, privat veröffentlichte Tagebuch von Matt James Baker – auch durch einen Zufall – hinzukam, da war das Mosaik jenes neunzig Jahre alten Dramas vollständig. Ich habe es niedergeschrieben, wie es sich für mich aus diesen Tatsachen ergibt. Ich bedaure nicht, dem Leser keine wohlgelungene Story vorsetzen zu können, sondern Geschichte! Und ich beginne dort, wo es an einem heißen Abend im August 1878 mitten in der Gila-Wüste begann…

Nur gut fünf Jahre später hieß es in der Einführung zum Herder-Roman von 1972 unter der Überschrift „Ein Brief mit Folgen“ hingegen:

Vorwort HERDER-Ausgabe (aufklappen!)

Es war ein purer Zufall, daß ich am 26. August 1971, von Flagstaff nach Prescott (Arizona) fahrend, mein vollklimatisiertes Mobil-Home für sechs Personen nach der Geisterstadt Jerome lenkte. Ich habe so viele Minenboom-Geisterstädte gesehen, die sich alle gleichen, daß es mir auf die eine gar nicht mehr angekommen wäre. Der Touristenrummel um diese an den Highways liegenden „Ghosttowns“ ist überall derselbe. Es lohnt sich nicht, die ewig gleichen Stories anzuhören und festzustellen, daß man es mit Übertreibungen und Vereinfachungen zu tun hat, die alltägliche Geschichten zu welterschütternden Tragödien aufblasen.

Für eine dieser üblichen „Schieß-und-Stich-Stories“ hielt ich auch das, was mir ein freundlicher, alter Herr, Carl G. St. John, an einem drückendheißen Sommertag erzählte. Wir tranken Eisgekühltes, genossen die Kaltluft der häuslichen Klimaanlage und den feuerroten Sonnenuntergang. Ich bestaunte alte Brandeisen, sonnenverfärbte Originalflaschen, alte Goldwaschpfannen und eine feine Nuggetsammlung. Und dann einen Brief, den der Großvater des Hausherrn am 21. Juli 1878 erhalten hatte:
„Vorgestern ist Johnny Carruther, Hamp Carruthers Sohn, im Lonssome Valley auf dem Gebiet der Sundown-Ranch bei einer Schießerei von Jim erschossen worden. Ich kenne diesen Jim flüchtig, ein imposanter Mann, der sicherlich einen Nachnamen hat, aber ich habe nie einen gehört. Ich weiß nur, daß der alte Hamp ihn vor vier Jahren schwer verletzt im Busch fand, ihn gesundpflegte und ihn wie einen Sohn aufnahm. Erst vor einer Woche hieß es, daß Hamp ihn in seinem Testament wie seinen eigenen Sohn bedachte, also mit der Hälfte der ganzen Ranch.
Die allgemeine Empörung ist ganz verdammt groß, und ich konnte nur erfahren, daß es einen Tag vor der Schießerei einen großen Viehdiebstahl gegeben hat und daß Johnny einen Kopfschuß erhalten hat und sein Freund Nat King ebenfalls einen Kopfschuß erhielt und sein Freund Bonney Gonzales schwer verwundet in der Dunkelheit entkommen sein soll. Er sagte bei Deputy-Sheriff Matt Larkin aus, und der hatte gleich die Nase tief auf Jims Spur. Der alte Hamp hat 20 000 Dollar Belohnung ausgesetzt und will dafür Jim lebend haben. Wer Matt Larkin kennt, der weiß, daß er das Geld bereits so gut wie in der Tasche hat, denn einen härteren Brocken von Mann als ihn gibt es nicht. Der alte Hamp will Jim die Schlinge persönlich um den Hals legen. Den Strick für Jim hat er auf dem Schoß liegen, wo immer er mit seinem Rollstuhl auftaucht. In Jerome warten der Richter und die Jury der Geschworenen, und wir hier in Prescott warten nur darauf, daß Jim zurückgebracht wird; dann werden wir hinfahren und uns das Schauspiel ansehen, wenn dieser Kerl aufgeknüpft wird. Also halte Dich bereit. Du kannst jeden Tag ein Telegramm kriegen, und dann setz dich in die Postkutsche und komm auf dem schnellsten Wege her, damit du das auch mitkriegst.“Bruce (W. O’Neill)

George St. John, der Briefempfänger, wartete, aber der ominöse Jim wurde von Sheriff Matt Larkin nicht zurückgebracht, die grimmigen Geschworenen warteten vergebens, der Richter von Jerome wandte sich anderen Dingen zu, der alte Hamp Carruther legte die Seilschlinge weg und starb. Eine anhaltende Dürre vernichtete das Weideland der Sundown-Ranch, die Stadt Jerome starb, als das Goldschürfen sich nicht mehr lohnte. Eine Story wie viele andere. Wirklich?
Ich fuhr über Wickenburg, Phoenix weiter nach Tucson, um dort eine Reportage über die Filmstadt Old Tucson (High Chaparral) zu machen, und von dort durch die Papago-Reservation nach Gila Bend. Und hier, am Rande des Highway 86, bei Maish Vaya, in einer kleinen, heißen Tankstelle, mitten in der Wüste, passierte dann dies:

Weil ich immer nach alten Zeitungen, Stories und anderen Überresten fragte, deutete der Tankwart, ein kleiner, dicker, fast negerschwarzer junger Papago-Indianer, auf einen alten Schuppen. Wenn es keine teuren Luftfrachtraten, keine Zollgebühren gäbe, dann hätte ich am liebsten gleich den ganzen Schuppen mitgenommen. In einer Kiste lag ein dünner Packen alter Zeitungen, im feuchtigkeitslosen Wüstenklima wohl erhalten. Es waren zwei Jahrgänge des Quijotoa Prospector, einer vierseitigen, sechsspaltigen Wochenzeitung, deren Text mit mindestens vier Dutzend verschiedenen Schrifttypen gedruckt war und in der der Chefredakteur jeder Frau, die ihm sechs Abonnenten brachte, die Ehe versprach. Und die Ausgabe vom 14. Oktober 1878 enthielt folgende Nachricht, die mich elektrisierte:
„Drama in der Gila-Wüste – Wer ist der Mann, der sich Jim nennt? Und wer ist der Mann mit dem Sheriff-Stern, den Jim auf dem Rücken trug? Ist dies eine Handschellen-Story? Eine Tragödie oder eine Groteske? Wir werden es wissen, wenn Jim wieder aufwacht und mehr als nur „Wasser“ sagt. Nach Tucson zum Doktor kann keins der beiden männlichen Gespenster gebracht werden. Der muß schon geholt werden. Mrs. Blane ist über Nacht zur Amme zweier Männer geworden, die eine hohe Anwartschaft auf einen feinen Platz in unserem Friedhof haben. In der nächsten Ausgabe mehr.“ Die nachfolgenden Ausgaben waren nicht vollständig. Zwei fehlten ganz, bei dreien fehlte eine Doppelseite. Aber was in den anderen über „den Mann, der sich Jim nennt“, und Sheriff Matt Larkin, den „lebenden Toten“, zu lesen war, ist nicht Stoff für einen Roman, das ist ganz einfach ein Roman.

Dass die zweite Version schon wegen der genannten Daten nicht wahr sein kann, weil Stammel dieselbe Geschichte ja schon längst veröffentlicht hatte, bevor er Brief und Zeitungen erst gefunden haben wollte, ist offensichtlich.

Und dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein vom 21.07.1878 datierender Brief fast wortwörtlich mit einem Zeitungsartikel vom selben Tage übereinstimmt, liegt auf der Hand; es sei denn, man würde annehmen, dass der Verfasser des Briefs aus der Zeitung abgeschrieben hätte, ohne dies offen zu legen. Aber wenn der Verfasser des Briefs dann angeblich O’Neill heißt und der Zeitungsredakteur angeblich O’Reilly…

Die Täuschung der Leser

Es mutet schon sehr erstaunlich an, dass Autor und Verleger sich trauten, die Käufer- und Leserschaft so dreist zu täuschen, ja: zu belügen.
Mir ist nicht bekannt, ob dies damals in irgendeiner Weise bemerkt und publik gemacht wurde oder nicht. Sollte dies der Fall gewesen sein, scheint sich der Aufschrei der Empörung in Grenzen gehalten zu haben, denn noch bis in die zweite Hälfte der 1970er Jahre hinein blieb der gute Ruf erhalten, den Stammel sich auf den Gebieten, für die er als Experte galt, erworben hatte.

In der heutigen Zeit wäre eine solche Vorgehensweise, wie sie Stammel und der Verlag Herder damals an den Tag legten, kaum noch vorstellbar. In den Medien, wie sie uns als Lesern und Konsumenten jetzt zur Verfügung stehen, würden Autor und Verleger vermutlich rasch und erbarmungslos entlarvt und öffentlich vorgeführt werden.

Dennoch kann man sich fragen: Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die in dem Roman erzählte Geschichte trotzdem in ihrem Kern wahr ist?

Nun, Stammel selbst zerstörte den Anschein von Wahrhaftigkeit spätestens dadurch, dass er einen wesentlichen Teil der Geschichte änderte, als er „Jim“ überarbeitete und daraus „Kopfgeld 20 000“ machte, nämlich ihren Ausgang. Während Matt Larkin in der ersten Version des Romans in ein Asbestfeld gerät und an einer Staublunge stirbt, sodass Jim Baker allein in Quijotoa ankommt, wird er in der zweiten Version von einer Giftspinne gebissen, woraufhin ihm Jim kurzentschlossen die betroffene Hand abhackt, wodurch Matt überlebt und beide in Quijotoa ankommen. (8)

Wenn aber in der Zeitung vom Oktober 1878 daher von zwei halbtoten Männern die Rede gewesen sein soll und Stammel behauptet, genau diese Zeitungsausgabe habe ihm schon 1966 vorgelegen, er aber dennoch seinerzeit nur Jim überleben ließ, dann ist offenkundig, dass er dem Leser einen Bären nach dem anderen aufbindet.

Da verwundert es nicht, dass auch die von Stammel im Epilog genannten Namen und Lebensdaten von Personen, die mit den beiden Hauptfiguren verwandt gewesen sein sollen, reine Fantasiegebilde sind. Gibt man sie oder die Namen sonstiger im Roman auftauchender Personen auf den Genealogie-Seiten ein, die man heutzutage im Internet findet, dann ist die Trefferquote: Null.

Außerdem scheint es auch eine Zeitung „Prescott Miner“ nicht gegeben zu haben. Was es in Prescott seit 1864 gab, war „The Weekly Arizona Miner“, ein Wochenblatt, das jeweils am Freitagabend erschien. Der 21. Juli 1878, von dem die Ausgabe stammen soll, auf die sich Stammel eingangs der ersten Version seines Vorwortes bezieht, war jedoch ein Sonntag (was Stammel eigentlich aufgefallen sein müsste, weil es der Tag war, an dem Sam Bass starb, der ihm aufgrund seiner historischen Recherchen bestens vertraut war).

Bezeichnenderweise fehlt diese angebliche Quelle in der Bibliografie am Ende der Herder-Ausgabe denn auch völlig (und folgerichtig, weil Stammel sie ja durch den angeblichen Brief vom selben Tage ersetzt hatte). Auch die in diesem Anhang außerdem erwähnte „Hillcrest Sun“ scheint eine erfundene Zeitung zu sein. (9)

Wenn man die von Stammel zitierten angeblichen Zeitungsartikel mehr als einmal liest, wird zudem immer deutlicher, dass ihr Schreibstil nicht derjenige von Redakteuren des 19. Jahrhunderts ist, sondern derjenige eines Schriftstellers des 20. Jahrhunderts.

Und nicht verschwiegen werden soll auch, dass es Hinweise gibt, dass der Ort Quijotoa 1878 noch gar nicht existierte, sondern erst 1883 nach Gold- und Silberfunden entstand. (10)

Zum Verhältnis von Fiktion und Historie

Zum Schluss sei betont, dass ich keine Bedenken habe, dass ein Romanautor ein angeblich historisches Geschehen erfindet, indem er beispielsweise konkrete Zeit- und Ortsangaben macht, die man – wenn man will – überprüfen kann, um dann fest zu stellen, dass sich die im Roman beschriebene Handlung so nicht abgespielt haben kann.

Ich habe auch keine Bedenken, dass eine Rahmenhandlung erfunden wird, so wie es beispielsweise im Western-Genre Clay Fisher (Henry Wilson Allen) in seinem Debütroman „No Survivors“ (11) mit dem angeblichen Tagebuch John Claytons und Thomas Berger in „Little Big Man“ (12) in Gestalt des angeblichen Interviews mit Jack Crabb sowie in ganz großem Stil der Schotte George MacDonald Fraser in seiner Flashman-Saga (13) mit den angeblichen Memoiren Harry Flashmans getan haben.

Der Unterschied zu Stammels Roman „Jim“  besteht darin, dass Stammel ausdrücklich leugnete, sich alles nur ausgedacht zu haben, und es bei ihm schon fast wie ein Ehrenwort klingt, wenn er die angebliche Authenzität seiner Geschichte beteuerte. (Denn sonst hätte man ja annehmen müssen, er sei doch der von ihm erwähnte „opiumsüchtige Schriftsteller“ gewesen.)

Auf die Spitze getrieben wurde diese Perfidie durch den Mitarbeiter des Herder-Verlags, der den Klappentext von „Kopfgeld 20 000“ verfasste und dort unverfroren schrieb:

Der Stoff dieser Geschichte ist keineswegs erfunden: er ist authentisch. 1878 waren die Zeitungen voll von dieser Verfolgungsjagd, die in der Nähe von Tucson ein sensationelles Ende fand.

Unverständlich ist für mich, weshalb Stammel sich so verhielt, wie er es tatsächlich tat.

Als er die Herder-Ausgabe für das Jahr 1972 vorbereitete, hätte er ja ohne Weiteres an der Zeitschiene wie im Vorwort für die damals gut 5 Jahre zurück liegende Erstausgabe (Leihbuch) festhalten und – wenn er schon eine konkrete Zahl nennen wollte – angeben können, ihm sei der „Quijotoa Prospector“ im Jahre 1966 in die Hände gefallen. Eine Notwendigkeit dafür, dem damaligen Publikum vorzutäuschen, seine angebliche Entdeckung sei sozusagen taufrisch (1971 entdeckt, im nächsten Jahr bereits verarbeitet und auf dem Markt), kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Und es stellt sich natürlich die Frage, was ihn bewog, das Ende der Geschichte zu verändern. Die einzige Erklärung, die mir dafür einfällt, ist eigentlich nur die, dass – entweder vom Autor oder vom Verlag – Rücksicht auf die eher jugendliche Leserschaft des Herder-Verlags genommen wurde, der man das brutale Ende nicht zumuten wollte, das Matt Larkin in der Originalversion ereilt.

Unverzeihlich ist jedoch, dass Autor und Verlag dabei in Kauf nahmen, dass ihre Käufer und Leser von ihnen zum Narren gehalten wurden. (14)

Weitere Ausgaben…

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Einzelnachweise und Anmerkungen

(1) Die Vermutung, es könnte sich um die mehrbändige TIME-LIFE-Reihe „Der Wilde Westen“ handeln, die Stammel zwar nicht geschrieben, aber anfangs als fachlicher Berater begleitet hatte, wird dadurch widerlegt, dass die ersten Bände der deutschen Ausgabe erst 1978 erschienen und auch die Originalreihe „The Old West“ erst 1973 begann, als Stammels Cowboy-Lexikon bereits veröffentlicht war.

(2) Aufmerksame Leser könnten dies allerdings durchaus erkannt haben. Denn beispielsweise in dem Pabel-Wildwest-Roman Nr. 392 („Bis zum bitteren Ende“) aus dem Jahre 1964 befindet sich ein Porträtfoto Ullmans mit der Herkunftsangabe „Archiv: R. Ullman – H.J. Stammel“.

(3) Weitere Ausgaben folgten: 1975 als Zauberkreis-Taschenbuch, 1986 in der Robert-Ullman-Reihe des Bastei-Verlags („Er nannte sich Jim“) und 2009 als Colt Western bei Kelter („Jim Baker“).

(4) Seine Quelle dafür könnte das Buch „The Desert“ von John C. Van Dyke gewesen sein, das in der Bibliografie der Herder-Ausgabe aufgeführt ist.

(5) Dieser Punkt ließe sich wohl nur klären, wenn man Zugriff auf die Verträge zwischen Stammel und dem Verlag hätte.

(6) 1981 erschien bei Rowohlt eine gleichnamige rororo-Taschenbuch-Ausgabe.

(7) Das Vorwort in der Taschenbuchausgabe von 1968 ist fast wortgleich, berücksichtigt also nicht, dass zwischen seiner Veröffentlichung und dem Erscheinen der Originalausgabe rund ein Jahr vergangen war, sodass die auf Frühjahr 1966 hindeutende Zeitangabe „vor einem halben Jahr“ nicht unverändert hätte übernommen werden dürfen.

(8) Seltsamerweise zeigt das Cover der Leihbuch-Erstausgabe einen Mann, der auf ein Grab mit dem Namen „Jim“ schaut, wodurch der Eindruck erweckt wird, Jim sei derjenige, der die Geschichte nicht überlebt. Die Titelbilder aller folgenden Ausgaben passen ebenfalls nicht zum Inhalt des Romans. Keiner der Verlage scheint sich in dieser Hinsicht viel Mühe gegeben zu haben.

(9) Sie fehlt jedenfalls in einer im Internet aufzufindenden Liste der in Arizona erschienenen Zeitungen. Und selbst der von Stammel außerdem genannte Zeitungsname „Mineral Park Alta“ stimmt nur teilweise, denn das in den 1880er Jahren im Ort Mineral Park heraus gegebene Blatt hieß „Alta Arizona“.

(10) Solche Anachronismen sind allerdings keine Seltenheit. Der texanische Ort Amarillo, der in unzähligen Western-Romanen vorkommt, die in den 1870er Jahren spielen, wurde tatsächlich erst 1887 gegründet und erhielt seinen klangvollen Namen erst 1889.

(11) Deutscher Titel: „Cetan Mani“, „Der letzte Mann“, „Keine Überlebenden“

(12) Deutscher Titel: „Der letzte Held“

(13) Der siebte Band „Flashman and the Redskins“ (dt.: „Flashman – Die Rothäute“, „Flashman und die Rothäute“) besteht aus zwei Teilen, die in einem Abstand von rund 26 Jahren im amerikanischen Westen spielen. Mit ähnlichen Konzepten arbeiten im Western-Genre Robert Peecher mit seinen Romanen um Jackson Speed sowie Preston Lewis, der H.H. Lomax haarsträubende Abenteuer an den Brennpunkten des Wilden Westens erleben lässt; beide Autoren erzählen ihre Geschichten augenzwinkernd anhand angeblich aufgefundener Lebenserinnerungen ihrer unfreiwilligen „Helden“.

(14) In seiner ursprünglichen Fassung wurde dieser Beitrag im Jahre 2018 im Online-Magazin „Zauberspiegel“ veröffentlicht. Dort ist er jedoch seit 2019 nicht mehr verfügbar. Der Titel des Beitrags ist natürlich eine Hommage an François Truffaut. Das mir bei der ersten Version noch nicht bekannte Vorwort der Leihbuchausgabe hat mir Oliver Pink dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.




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