SHELL SCOTT TB – Der berühmte Privatdetektiv
Taschenbücher

Verlage: Heyne / Moewig / Bastei / Ullstein / u.a.
Anzahl der Bände: 32
Anmerkungen: davon eine 23-bändige Bastei-Serie in zwei Auflagen
Erscheinungszeitraum: 1962 bis 1972
Erscheinungsweise: Ab 1970 alle 4 Wochen
Preis: DM 2,40 – DM 2,80 | Format: 11,5 x 18 cm | Umfang: ca. 160 Seiten
Inhalt der Serie
Die Damen lieben ihn und die Männer respektieren ihn – oder wollen ihn sofort töten! Sheldon Scott aus Los Angeles ist nämlich ein hartgesottener, grimmiger Alpha-Mann mit Privatdetektiv-Ausweis und Kanone.
Er ist ehemaliger Marine-Soldat, 30 Jahre alt, 1,88 m groß und hat struppige, weißblonde Haare – passend zu den fast weißen Augenbrauen. Seine Nase ist mehrfach gebrochen und an seinem linken Ohr fehlt ein Stück. Das hat ihm mal ein Gangster weggeschossen. Doch der schießt jetzt nicht mehr…
Aber im Grunde hat Shell ein sonniges Gemüt und Sinn für Humor. In seinem Büro steht ein großes Aquarium mit tropischen Zierfischen. Selbst fährt er gerne mit einem kanariengelben Caddy Cabrio von 1941 herum. Sein bester Freund ist Captain Phil Samson von der Mordkommission, auf den er sich immer verlassen kann.
Hintergrund-Infos
SHELL SCOTT war in den USA die erfolgreichste Detektiv-Serie der 1950er Jahre (abgesehen natürlich von MIKE HAMMER). Bis 1975 erschienen dort mehr als 30 Bände – geschrieben in einer lockeren Ich-Form. Der Ton war frech, die Dialoge spritzig… Und es wimmelte vor sexuellen Anspielungen. Trotz zahlreicher gut gebauter Damen in textilarmen Outfits, ging es aber kaum zur Sache. gerne wurden entsprechende Situationen jäh unterbrochen, z.B. durch plötzlich hereinstürmende Gangster.
In Deutschland erschienen die ersten Übersetzungen bereits ab 1954 als Leihücher und als Taschenbücher in div. Verlagen. In den 1960er Jahren gab es weitere TB-Veröffentlichungen von Heyne (drei Bände in der Allgemeinen Krimi-Reihe) und als Subserie mit einheitlichem Design im Rahmen der MOEWIG-Kriminalreihe (fünf Bände).
Eine eigene Taschenbuch-Serie von Bastei!
Ab 1970 startete dann der Bastei Verlag eine 23-bändige SHELL SCOTT TB-Serie im silbergrauen-Look. Die Cover wurden gerne von (halb)nackten Frauen und entsprechenden Titeln geziert, z.B. “Die Hexe mit dem heißen Höschen”. Die meisten Bände waren deutsche Erstausgaben. Der Rest: neue Übersetzungen aus der 1950er-Jahre-Ära.
Nicht dabei: jene acht Romane, die Heyne und Moewig bereits brachten.
Die Reihenfolge der Bastei-Taschenbücher war scheinbar willkürlich. Die US-Nummer 1 kam erst als Band 22 zum Einsatz. Kenner der US-Originale fanden, dass sich die Romane sich in Ironie, Witz und Wortspielerei erst mit der Zeit immer mehr steigerten. Dennoch ist jeder Band für sich abgeschlossen und einzeln in beliebiger Reihenfolge zu lesen.
Ab 1977 gab es sogar eine zweite Auflage der Bastei-TB. Unterscheiden konnte man sie z.B. durch die Nummerierung am Buchrücken: Die Neuauflage hatte fünfstellige Nummern, die immer mit 33 begannen (also z.B. 33001 für Band 1). Am Cover fehlte die Silhouette von Shell Scott im Titelschriftzug. Außerdem war der Preis höher (DM 3,80) und es gab Hinweise im Impressum.
Kurzgeschichten & eigenes Magazin
In den USA erschienen auch jede Menge Kurzgeschichten in diversen Zeitschriften. Eine Zeit lang sogar im eigenen “Shell Scott Mystery Magazine”. Manche dieser “Shorts” wurden gesammelt als TB nachgedruckt. Eines davon erschien auf Deutsch 1974 im Ullstein-Verlag als “Kriminal-Magazin Nr. 24” (Verlagsnummer 1595). Darin enthalten sind “Vier Fälle für Shell Scott” (Originaltitel: “The Shell Shell Sampler”).
Crossover mit CHESTER DRUM
Im selben US-Verlag, in dem SHELL SCOTT erschien, gab es in den 1950ern auch die ebenfalls beliebte Detektivserie CHESTER DRUM vom Autor Stephen Marlowe (Realname: Milton Lesser). Im Roman “Double Trouble” ermitteln die beiden Super-Schnüffler in einem einmaligen Crossover Seite an Seite. Die jeweiligen Autoren schrieben das Buch gemeinsam. In Deutschland wurden übrigens acht (von zwanzig) CHESTER DRUM-Krimis in der Pabel-Heftreihe THRILLER veröffentlicht. Vom Crossover ist keine deutsche Version bekannt.
Einziger Comic-Auftritt in Schweden
Eine Comic-Figur namens AGENT X-9 existierte in den USA bereits seit den 1920er Jahren. Besonders erfolgreich war diese Serie schon immer in Schweden. Seit 1996 war Dean Davis dafür als Autor verantwortlich und selbst ein großer Fan von SHELL SCOTT. So bekam er die Erlaubnis den Kultschnüffler in der Geschichte „The Deadly Smile“ im Jahr 2000 als Comic-Version mitspielen zu lassen. Inhaltlich ging’s um Hightech-Computer und Supermodels…
EXTRAS-GALERIE (10 Bilder)
Bild 01: Autor Richard Scott Prather
Bild 02-04: Deutsche Leihbuch- und TB-Versionen der 1950er
Bild 05: Bastei TB: Beispiel für 2. Auflage ohne Silhouette im Titelschriftzug
Bild 06-10: Diverse US-Veröffentlichungen (1950-heute)
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Der Autor
Der US-Schriftsteller Richard Scott Prather (1921-2007) war ab den 1950er Jahren gut im Geschäft. Das verdankt er seiner wichtigsten Serienfigur SHELL SCOTT. In einem Ranking von 150 Bestsellern dieser Zeit waren 16 davon von ihm.
Einige frühe Krimis erschienen damals bei US-Drittverlagen unter Pseudonymen. Dafür mußte Prather seinem Titelheld – ursprünglich als SHELL SCOTT geschrieben – neue Namen geben (zB. Mark Logan oder Cliff Morgan). Diese Romane wurden später wieder zurück in ihre ursprüngliche Version gebracht und in die SHELL SCOTT-Serie eingegliedert, z.B. “Dagger of Flesh” (Heyne 1065), “The Scrambled Yeggs” (Bastei 14) oder “Pattern for Panic” (Bastei 15).
Nachzügler nach langem Rechtsstreit
Im Jahr 1975 verklagte Prather seinen Verleger Pocket Books. Der Rechtsstreit zog sich über Jahre, in denen er das Schreiben auf Eis legte und stattdessen Avocados anbaute. “So konnten wir etwas Einkommen erzielen, während ich viel Geld für Anwälte ausgab”, verriet er später.
Erst 1986 fand sich ein neuer Verlag und dort erschienen schließlich zwei neue SHELL SCOTT-Romane (plus mehrere Nachdrucke). Seinen letzten und umfangreichsten Roman zur Serie vollendete der Autor kurz vor seinem Tod 2007. Der 400 Seiten-Wälzer wurde erst 2011 veröffentlicht, bekam aber verheerende Kritiken. Tippfehler, holprige Sätze, vertauschten Namen etc. ließen vermuten, dass das Original-Manuskript gar nicht mehr lektoriert wurde…
Komplette Serie als e-Book
Die SHELL SCOTT-Krimis erschienen 2021 als e-Books in sechs Sammelbänden in englischer Originalfassung.
SHELL SCOTT TB – Titelliste (1962-1972)
Diese Liste beinhaltet die deutschen TB-Veröffentlichungen ab 1960.
In den Anmerkungen werden auch die früheren deutschen Fassungen genannt, die meist andere Titel und Übersetzungen hatten.
Die Liste kann nach einzelnen Spalten beliebig sortiert werden. Um zum ursprünglichen Zustand zurückzukehren, muss die Seite nur neu geladen werden.
Letztes Update: 31. August 2025
| Ausgabe | Titel | Jahr | Original-Titel | Anmerkungen | |
|---|---|---|---|---|---|
| Bastei 01 | Mord im Sexclub | 1970 | Gat Heat (1967) | ||
| Bastei 02 | Der Gorilla schickte seine Puppe | 1970 | Darling, It's Death (1952) | auch als LB + Panther TB 019 | |
| Bastei 03 | Die Mafia bittet zum Tanz | 1970 | Kill The Clown (1962) | ||
| Bastei 04 | Das heisse Mädchen | 1970 | The Meandering Corpse (1965) | ||
| Bastei 05 | Striptease Poker | 1970 | Joker In The Deck (1964) | ||
| Bastei 06 | Die Bienen aus dem Monsterfilm | 1970 | Kill Him Twice (1965) | ||
| Bastei 07 | Der Wolf und die sieben Mädchen | 1970 | Take A Murder, Darling! (1958) | ||
| Bastei 08 | Zieh dich aus sonst knallt´s | 1970 | The Cheim Manuscript (1969) | ||
| Bastei 09 | Alice im Mörderland | 1970 | The Trojan Hearse (1964) | ||
| Bastei 10 | Des Killers Töchterlein | 1971 | The Wailing Frail (1956) | auch als Panther TB 143 | |
| Bastei 11 | Der Mord auf der Rennbahn | 1971 | Dead Heat (1963) | ||
| Bastei 12 | Cowgirls küssen besser | 1971 | The Cockeyed Corpse (1964) | ||
| Bastei 13 | Dollarkätzchen | 1971 | Way Of A Wanton (1952) | auch als Panther TB 016 | |
| Bastei 14 | Die Gangster-Molly | 1971 | The Scrambled Yeggs (1952) | ||
| Bastei 15 | Kleines Luder Juanita | 1971 | Pattern For Panic (1954) | ||
| Bastei 16 | Ruhe sanft, Darling | 1971 | Slab Happy (1958) | ||
| Bastei 17 | Die Hexe mit dem heissen Höschen | 1971 | Dead Man's Walk (1965) | ||
| Bastei 18 | Das Schätzchen aus dem Show-Hotel | 1971 | The Kubla Khan Capler (1966) | ||
| Bastei 19 | Lulu und die Mafia | 1971 | Kill Me Tomorrow (1969) | ||
| Bastei 20 | Schräge Vögel in Las Vegas | 1971 | Find This Woman (1951) | auch als LB + Panther TB 013 | |
| Bastei 21 | Das Luxusweibchen | 1971 | Ride a High Horse (1953) | auch als LB + Panther TB 007 | |
| Bastei 22 | Das Galgenvöglein | 1971 | The Vanishing Beauty (1950) | auch als LB + Panther TB 008 | |
| Bastei 23 | Auf Wiedersehen im Himmelbett | 1972 | Dead-Bang (1971) | ||
| Heyne 1065 | Phoenix-Hotel, Zimmer 511 | 1962 | Dagger of Flesh (1952) | ||
| Heyne 1210 | Blaue Bohnen zum Frühstück | 1966 | Everybody Had a Gun (1951) | auch als Panther TB 005 | |
| Heyne 1217 | Mörder, Mädchen und Pistolen | 1966 | Dance with the Dead (1960) | ||
| Moewig 21 | Drei frische Gräber | 1967 | Dig That Crazy Grave (1961) | ||
| Moewig 24 | Wenn die Puppen singen | 1968 | Over Her Dear Body (1959) | ||
| Moewig 28 | Mörder-Striptease | 1968 | Strip For Murder (1955) | auch als Siegel TB | |
| Moewig 36 | Lasst alle tot zurück | 1968 | Always Leave 'em Dying (1953) | auch als LB | |
| Moewig 55 | Eine tanzte aus der Reihe | 1969 | Bodies In Bedlam (1951) | ||
| Ullstein 1595 | Krimi-Magazin 24 (Kurzgeschichten) | 1974 | The Shell Scott Sampler (1969) |
COVER-GALERIE Div. Verlage (8 Bilder)
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COVER-GALERIE Bastei TB (19 Bilder)
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