Das Gesetz der Rache – Blaine Williams

Blaine Williams – Das Gesetz der Rache – Anton Serkalow

Rezension


Leseversion: WESTERN LEGENDEN Band 33
Verlag: Blitz
Veröffentlicht: 2021
Status: Erstauflage
Seiten: 176


Autor: Anton Serkalow
Realname: ?

Fazit


Veröffentlicht: 7.12.2021

Rezension von Alex Mann

Hintergrund

Der Roman ist 2021 als exklusive, limitierte Version im Blitz Verlag erschienen.

Inhalt

Ein paar junge Draufgänger wollen das Pferd eines alten Mannes kaufen. Als dieser ablehnt, überfallen sie ihn, töten seinen Hund und stehlen das Pferd. Aber sie haben ihre Rechnung nicht mit Blaine Williams gemacht. Der war zufällig einer der gefürchtetsten Killer des Staates und greift nun noch einmal zur Waffe.

Doch auch seine Gegner sind nicht einfach irgendwelche übermütigen Bengel: Einer ist der Sohn von Senator Glen Stockwell, der vor seiner politischen Karriere einer der wichtigsten Auftraggeber von Blaine Williams gewesen war und genau weiß, mit was für einem Gegner er es zu tun hat.

Fazit

Hollywood ist momentan ja gerade dabei, seine Westernwurzeln neu zu entdecken. Zwar bilden Kinofilme mit gespornten Helden hoch zu Ross nach wie vor eine Ausnahme, aber viele erfolgreiche Actionfilme, Thriller und Serien, wie Sicario, Hell or High Water, Wind River, Yellowstone oder auch Rambo – Last Blood arbeiten ganz bewusst mit alten Westernkonventionen.

Insofern ist es eigentlich nur konsequent, dass auch der Western die Themen jüngerer Filmgenres aufgreift und für neue Geschichten nutzt. Eben dies ist der Ansatz von Anton Serkalow in seinem Roman „Blaine Williams – Das Gesetz der Rache“, der nach Angaben des Autors ein Remake der erfolgreichen Action-Reihe John Wick darstellt, die ja ihrerseits im dritten Teil eine Referenz auf Sergio Leones Zwei glorreiche Halunken enthält.

Die Rückführung des Actionkrachers ins Westerngenre gelingt Serkalow mit Bravour. Der Autor, der bisher vor allem Horrorwestern mit starken Fantasyelementen vorgelegt hat, liefert einen beinharten Rachewestern alter Schule ab.

Dankenswerterweise arbeitet er sich nicht an jeder einzelnen Szene des cineastischen Originals ab, sondern überträgt die wichtigsten Plotlinien in eine Geschichte, die immer noch Raum für Neues lässt. Serkalows Blaine Williams ist dabei auch keine frisch verwitwete Kampfmaschine, wie Keanu Reeves, sondern ein bereits in die Jahre gekommener Killer, der sich eher an Clint Eastwoods Charakter in Erbarmungslos erinnert, dem der Autor auch eine kleine Szene entnimmt. Daher metzelt sich Williams auch nicht so souverän durch die einzelnen, sehr plastisch und brutal geschriebenen Actionszenen, sondern hat neben seinen Gegnern auch mit dem eigenen Alter zu kämpfen.

Die bleihaltigen und gut über das Buch verteilten Kampfszenen halten das Tempo der Geschichte hoch und reißen den Leser mit. Allerdings gelingt es Serkalow dazwischen auch überzeugend, die Welt, in der Blaine Williams lebt, anschaulich darzustellen und den einzelnen Figuren Charakter und Tiefe zu geben. Vor und zwischen der Action nimmt sich Serkalow genügend Zeit, Atmosphäre aufzubauen. Dabei geht es ihm weniger um hundertprozentige Authentizität. Stattdessen überträgt er die Parallelwelt aus John Wick geschickt auf ein Westernsetting in El Paso. Aus dem Killerhotel „Continental“ wird das „Toro de Oro“ und aus Ms. Perkins dankenswerterweise keine amazonenhafte Wildwestkillerin, sondern der selbstverliebte Arkansas-Kid.

Dass es dem Autor zwischendurch sogar gelingt, ein paar humorige Szenen in den Plot einzuflechten und das Ganze mit einem durchaus rührenden Ende abzuschließen, ohne ins Kitschige abzugleiten, rundet den Roman vollends ab.

Die Geschichte um Blaine Williams wirkt in sich abgeschlossen, aber der Roman macht durchaus Lust auf mehr. Wer weiß… John Wick schreibt ja auch bald sein viertes Kapitel.

Alex Mann, Juni 2021


 Bewertung

8 von 10 Revolverkugeln



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