Der sprechende Draht – John Gray

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Der sprechende Draht – John Gray

Rezension


Leseversion: JOHN GRAY Band 44
Verlag: Pabel
Veröffentlicht: 1985
Status: Erstauflage
Nachdruck: WESTERN LEGENDEN Band 51
Seiten: 64


Autor: John Gray
Realname: Dietmar Kuegler

Galerie Fazit

Veröffentlicht: 03.05.2022

Rezension von Gottfried Marbler

Hintergrund

Dietmar Kuegler gilt als einer der besten Westernautoren Deutschlands, aber auch als exzellenter Kenner der amerikanischen Pioniergeschichte. Im Jahre 1984 erhielt er vom Pabel Verlag seine eigene Westernreihe, diesmal unter dem Pseudonym “John Gray”, die es auf 94 Heftromane brachte. Mit dem hier vorliegenden Roman wollte er eventuell einen Gegenpart zur DAN OAKLAND STORY von U. H. Wilken abliefern, doch mit nur insgesamt drei Storys ist dieses mögliche Vorhaben als nicht geglückt anzusehen.

Inhalt

Elmar Sparks alias Indian-Sparks lebt mit seiner Arapaho-Frau Sunflower friedlich als fahrender Händler zwischen Weißen und Arapahos. Doch das Unheil greift bereits nach den beiden Menschen in Form des sprechenden Drahts. Wobei der Draht nichts Böses im Schilde führt, sondern die dahintersteckenden Weißen. So wird Indian-Sparks dazu benutzt, die Arapahos in trügerischer Sicherheit zu wiegen, während von Heston Menarce bereits Vorkehrungen getroffen werden, ihnen ihr Land zu entwenden. Denn ist die Telegrafenleitung vollendet, strömen Siedler ins Indianerland – und daran lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Aus dem Hinterhalt werden Arapahos ermordet und skalpiert, es wird die Prärie angezündet und dadurch ein Indianerdorf abgebrannt. Als der ehrbare Indianeragent erstochen wird, um einen Überfall der „blutrünstigen roten Teufel“ vorzutäuschen und sogar die Schwester des Häuptlings ermordet gefunden wird, ist für Häuptling Tatanka das Maß voll. Er zieht mit seinen Kriegern los, um alle Weißen zu bestrafen und für immer aus dem Land zu vertreiben, entgegen Indian-Sparks‘ Rat, nicht in diese plumpe Falle der weißen Banditen zu laufen.

Kann er verhindern, dass die Kavallerie in Marsch gesetzt wird, wie es das hinterhältige Ziel der Weißen ist? Wohl kaum, da bereits Feuersbrünste an Gebäuden der Siedler auflodern…

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Fazit

Ein guter Stoff für einen Western, den der beliebte Autor hier zum Besten gibt. Mit gut gezeichneten Charakteren und auch spannungsmäßig punktet der Roman beim Leser. Wenn auch bald klar ist, wer die wahren Schuldigen sind, tut dies der Spannung keinen Abbruch.

Leider kommt mir der Held selbst in seinen Aktionen zu pazifistisch und viel zu lahm daher. Er trägt über weite Strecken nicht die Handlung der Story; dies tun vielmehr die Banditen, vor allem in Gestalt von Jock Colter, dessen Beweggründe recht gut erhellt werden. Dass es sein bestens gehütetes Geheimnis ist, dem er zum Opfer fällt und er dadurch den perfiden Plan beinahe zum Scheitern bringt, ist eine tolle Wendung, die hier geboten wird.

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Jock Colters Geheimnis ist seine Liaison mit dem Sioux-Halbblut Taya, die in Las Animas unter dem Vornamen Joan lebt. Er trifft sich stets heimlich mit ihr, denn da er als totaler Indianerhasser und Skalpjäger bekannt ist, stünde es ihm nicht gut an, wüssten die Bürger über ihn und Taya Bescheid.

Guter Schreibstil, vermischt mit tragischer Handlung – ein echter John Gray-Western!

Hohe Empfehlung!

Gottfried Marbler, Mai 2022


 Bewertung

8 von 10 Revolverkugeln



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