Sundance 21 – John Benteen

Created with Sketch.

Die Nacht des großen Mondes (SUNDANCE Band 21) – John Benteen

Rezension


Leseversion: SUNDANCE – Band 21
Original: SUNDANCE TB 28 (1979)
Verlag: Bastei
Veröffentlicht: 1989
Nachdrucke: STAR WESTERN 464, WESTMANN EXTRA 106, JOHN GRAY 41, WESTERN LEGENDEN TB 21
e-Book Ausgaben: DIE GROSSEN WESTERN 251, WESTERN LEGENDEN 21
Seiten:
64


Autor: John Benteen (VP)
Realname: Dietmar Kuegler

Galerie Fazit

Veröffentlicht: 09.05.2022

Rezension von Thomas Dolina

Hintergrund

Bei dem historisch belegten „Camp Grant Massaker“ im Jahr 1871 wurden 144 Aravaipa-Apachen – mehrheitlich Frauen und Kinder – von einer blutrünstigen Miliztruppe abgeschlachtet. Angeblich als Vergeltung für den Tod von vier Amerikanern im fast 90 Meilen entfernten Tucson.

Das friedliche Indianerlager befand sich seit einiger Zeit im Nahbereich von Camp Grant. Dessen Kommandant Lieutenant Royal E. Whitman galt als Indianerfreund und verhandelte mit Häuptling Eskiminzin über die Umsiedlung seines Stammes in ein Reservat. Er konnte den Übergriff nicht verhindern. Nachdem auch die Verantwortlichen vom Gericht freigesprochen wurden, gruben die Aravaipas das Kriegsbeil aus. Es folgte ein Guerillakrieg, der bis 1875 andauerte.

Dieser Roman spielt etwa ein Jahr nach dem Massaker und ist der einzige, den Autor Dietmar Kuegler unter dem Pseudonym John Benteen für die Serie SUNDANCE geschrieben hat. Im Impressum wird – wie auch bei den anderen Bänden deutscher Autoren – ein Fake-Originaltitel genannt: „Tucson Killer“.
In diversen Nachdrucken wurde der Titelheld meistens umbenannt, z.B. in Mato oder Jim Levine.

Inhalt

Jim Sundance, das Cheyenne-Halbblut mit den langen, blonden Haaren, wird nach Camp Grant gerufen. Schon öfters hat er heikle Missionen für die Armee gemeistert und hat dabei immer das Wohl seiner roten Brüder im Fokus.

Seit einem Jahr befinden sich 34 Apachenkinder in Gewahrsam der Bürgermiliz. Sie sollen nach Mexiko verkauft werden, um finanzielle Schäden abzudecken, die von den Indianern verursacht wurden. General Howard will die Kinder lieber dem Stamm von Häuptling Eskiminzin zurückgeben, ihm sind aber offiziell die Hände gebunden. Deshalb soll Sundance als „Strohmann“ die Gefangenen freikaufen.

Das Budget dafür plus noch mal extra 15.000 Dollar als Honorar soll er vom Außenministerium bekommen. Doch die Sache hat einen Haken: Das Geld fließt nur, wenn Sundance vorher einen „Botengang“ für die Regierung übernimmt und zwei Kisten mit geheimen Dokumenten aus einem Kloster in Mexiko abholt.

Für den Fall, dass die Kinder nicht unverzüglich freigelassen würden, hat Eskiminzin blutige Rache angekündigt. Sundance überredet ihn, bis zum nächsten Vollmond nichts zu unternehmen. Bis dahin will er seinen Auftrag erledigt haben.

Kontaktmann im Kloster ist Padre Tijano. Er ist froh, die politisch brisanten Akten endlich los zu werden. Sundance übernachtet im Kloster und will im Morgengrauen den Heimweg antreten. Lärm und Schüsse reißen ihn aus dem Schlaf. Ein Überfall! Der blonde Kämpfer muss feststellen: Padre Tijano ist tot und die Kisten mit den Dokumenten sind weg…

EXTRAS GALERIE (8 Bilder)

Für mehr Infos einfach mit der Maus über die Bilder fahren oder anklicken. Für weitere Bilder die Punkte darunter anklicken.

Fazit

Autor Dietmar Kuegler verwebt hier geschickt zwei Handlungsstränge (Kinderrettung und Geheimdokumente), auch wenn nicht immer alles logisch nachvollziehbar ist: Wenn die Akten schon nicht in falsche Hände fallen dürfen, warum wurden sie nicht längst einfach verbrannt?

Und das Geld, um die Kinder freizukaufen, müsste Sundance ja aus der Portokasse zahlen können – bei den Einnahmen. die er in den vorigen Bänden bereits generiert hat…
Übrigens: Während im Roman die Apachen ihren Nachwuchs am Ende zurückbekommen, wurden die Kinder damals tatsächlich an mexikanische Familien verhökert…

Auch der Titelheld selbst ist etwas „weichgespült“. So lässt er brutale Killer einfach laufen und schlägt Wachposten nur bewusstlos. In den US-Originalromanen geht er nicht so zimperlich mit seinen Gegnern um – Stichwort “Kehle durchschneiden”!
Zirkusreif ist es allerdings, wenn er freihändig eine Attacke durchs Soldatencamp reitet und dabei Lunten mit einer Zigarre entzündet…

Thomas Dolina, April 2022


 Bewertung

7 von 10 Revolverkugeln



(c) Pulverrauch 2020-2022 - Kontakt & Impressum