Die böse Horde – G.F. Unger

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Die böse Horde – G.F. Unger

Rezension


Leseversion: G.F. Unger TB Band 43350
Verlag: Bastei
Veröffentlicht: 2000
Status: Nachdruck
Erstauflage: ZAUBERKREIS WESTERN TB – Band 197
Seiten: 158

Autor: G.F. Unger
Realname: Gert Fritz Unger

Galerie Fazit

Veröffentlicht: 25.07.2022

Rezension von Gottfried Marbler

Hintergrund

Die Zeit des „Wilden Westens“ ist geprägt von brutalen Banditenbanden, die gnadenlos die Bevölkerung terrorisieren, Leute zum Gaudium abknallen – zumindest in einschlägigen Romanen und Filmen, speziell im Italowestern. Dass es tatsächlich so schlimm war, wage ich zu bezweifeln. Verbrecher gab es natürlich nicht wenige, auch zur damaligen Zeit. Aus dem Sezessionskrieg heraus die Quantrill-Guerillas, die zu einer Mörderbande bereits während des Krieges mutierten, die Jesse-James-Gang, die Dalton-Banditen oder die Doolin-Bande. Auch weitere, die in Oklahoma ihr Unwesen trieben und vielfach von Richter Parker abgeurteilt wurden. Nicht zu vergessen Billy the Kid, die Clantons in Tombstone und viele Regulatoren, die mit ihren Methoden oft jenseits des Gesetzes agierten. 

Inhalt

Hank Finnegan ist der Boss einer siebenköpfigen Spezialtruppe, die aus exzellenten Revolvermännern besteht. Aber sie jagen keine Banditen, sondern stellen die Mitglieder einer bösen Horde, die überall dort, wo sie auftauchen, mit extremem Terror die Rancher, Farmer und Bürger derart einschüchtern, dass diese willenlos ihre Rinder und Pferde von ihnen wegtreiben lassen. Ist dies geschehen, verschwinden die sieben Männer wieder aus dem Land, lassen jedoch eine verarmte Bevölkerung zurück.

Diesmal wollen sie es im friedlichen Sweetwater Valley in Wyoming ebenso machen. Sie fallen wie ein hungriges Rudel Wölfe über das Tal her, suchen sich eine kleine Ranch aus, vertreiben die Besitzer mit 1.000 Dollar als Abfindung und ihrem Leben von deren Besitz – und nisten sich auf der Ranch als getarnten Stützpunkt ein. Gleich beim ersten Besuch in der Fünf-Häuser-Ortschaft Valley Town machen zwei von ihnen gehörig Stunk. Jim Haggerty, der Jüngste der Bande, wird dabei von Chuck McCannon der Unterarm zerschossen. Mit diesem Mann hat Hank Finnegan nicht gerechnet, denn er fürchtet nur ihn, weil er Chuck von früher kennt, als sie noch zusammen ritten. Er weiß, dass Chuck eine Idee schneller beim Ziehen des Colts ist als er. So versucht er, ihn auf seine Seite zu ziehen, aber erfolglos.

Chuck McCannon mischt sich in die Sache ein. Er folgt den Fishers über einen Pass hinweg und erfährt von ihnen die wahren Beweggründe ihrer Abreise. Bei seiner Rückkehr wird er von einem Revolvermann so schwer verwundet, dass dieser ihn für tot liegen lässt. Chuck ist nicht tot, aber bald, wenn er nicht rasch Hilfe bekommt. Die erhält er in Form eines alten Mexikaners und einer jungen Frau, die die Schwester von Jim Haggerty ist. Sie will ihren Bruder nach Hause holen, damit er die verwaiste Ranch übernimmt. Der Mexikaner erweist sich als spitzenmäßiger Wundarzt. Nachdem er auf der ehemaligen Fisher Ranch noch den Arm Jim Haggertys rettete, wird er beim Verlassenwollen dieser Ranch von Hank Finnegan im Duell erschossen. Linda Haggerty bleibt als Gefangene zurück. Nun weiß die böse Horde, dass es keines Verschleierns ihrer Absichten mehr bedarf. Sie legen gleich richtig los und beginnen mit dem Wegtreiben der 40.000 Rinder, die es im Valley gibt. Wer sich dagegen wehrt, wird kaltblütig niedergemacht. Auch Chuck McCannon steht nun auf der Abschussliste, weil Linda Haggerty unvorsichtigerweise von dessen Rettung erzählt hatte. Die Killer sind schon unterwegs zu seiner Ranch. Hank Finnegan wird seinem ehemaligen Freund nicht die geringste Chance mehr lassen…

GALERIE (2 Bilder)

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Fazit

Hier greift der große deutsche Westernautor erneut eines seiner beliebtesten Sujets auf – den Kampf der einfachen Bürger gegen extrem gefährliche und tödliche Revolvermänner und/oder Banditen. Dabei geht es dem Autor mehr um das psychologische Element der Feigheit der vielen und des fast aussichtslosen Mutes des Einzelnen. Dieser Einzelne hat zumeist doch Hilfe von besonderen Freunden oder Frauen, die ihn verarzten und vor den Gegnern in Sicherheit bringen, bis er genesen ist, um sich den Despoten zu stellen.

Der hier vorliegende Roman gehört zu den kompromissloseren Werken des Autors, denn es geht recht hart zur Sache. Sonst wäre der Titel wohl unpassend gewählt! Was ich nebenbei lobenswert finde, ist, dass hier der bösen Horde gut die Hälfte des Romans gehört und so ein großes Spektrum abgehandelt wird zwischen böser und guter Tat. Der Showdown fällt relativ kurz aus, ist jedoch mit interessanten Wendungen verquickt, sodass ich diesmal von einer schlechteren Bewertung Abstand nehme.

Höchste Empfehlung!

Gottfried Marbler, Juni 2022

 Bewertung

10 von 10 Revolverkugeln