Panhandle-Mannschaft – Geo Barring

Created with Sketch.

Panhandle-Mannschaft – Geo Barring

Rezension


Leseversion: WESTERN-EXPRESS SONDERBAND 14
Verlag: Indra
Veröffentlicht: 1966
Status: Nachdruck
Erstauflage; LB Mülbüsch Verlag (1956) als Axel Berger
Seiten: 127


Autor: Geo Barring
Realname: Albert Konrad Burmester

Galerie Fazit


Veröffentlicht: 12.2.2022

Rezension von Gottfried Marbler

Hintergrund

Es war wohl ein Versuch des Indra Verlags, als im Januar 1965 das 1. Taschenheft aufgelegt wurde, um beim beginnenden Taschenbuchmarkt dabei zu sein. Aber dieses Taschenheft war zu groß geraten, um elegant in Sakko- oder Manteltaschen gesteckt zu werden. Eine Rolle dürfte auch der Preis gespielt haben, war dieser doch fast doppelt so hoch wie beim Heftroman. Bei Letzterem entfielen auch uninteressantere Passagen, da die nachgedruckten Leihbuchtexte gekürzt wurden, was den „Heftln“ nicht immer zum Nachteil gereichte. So war nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren wieder Schluss mit diesem Versuch.

Inhalt

Owen Carson kauft in Thermopolis nahe der Stadt Shoshoni in Wyoming eine Ranch mit einem See in der Mitte. Eine super Weide, denkt er. Doch bereits bei seiner Ankunft wird er darüber aufgeklärt, dass er sich in ein Wespennest setzt. Der vorherige Rancher wurde erschossen aufgefunden, und noch immer haust dort dessen sterbenskranker Sohn mit vier Cowboys als die „Panhandle-Mannschaft“. Carson will sich alles einmal in Ruhe ansehen. Am nächsten Morgen wird in Shoshoni bereits auf ihn geschossen!

Auf der Ranch kann er sich ein besseres Bild machen und will die Cowboys behalten, wenn sie es wollen – und sie wollen! Nun aber beginnen die Probleme erst so richtig. Eine Dürre mit austrocknenden Flüssen herrscht im Land. Und die Nachbar-Vormänner sind nicht gewillt, ihre Herden einfach verdursten zu lassen. Sie treiben die Tiere auf die „Quadrat-Ranch“, wie sie auch genannt wird. Nun lernen sie Owen Carson erst richtig kennen, der in New Mexico als Städtebändiger namens King Carson berühmt-berüchtigt war.

Doch kann er mit vier Mann gegen die geballte Wucht seiner Gegner etwas ausrichten?
Und wer ist der Mörder des alten Ranchers, der noch immer unerkannt herumläuft und weitere Morde ausführt?
Wer zieht im Hintergrund die wahren Fäden in diesem undurchsichtigen Spiel?


EXTRAS GALERIE (6 Bilder)

Für mehr Infos einfach mit der Maus über die Bilder fahren oder anklicken.


Fazit

Ein Roman des bekannten und beliebten Leihbuch-Autors, dessen Textseiten in diesem Taschenheft mit sehr viel Gerede gefüllt sind. Aber die Dialoge sind so aufgebaut, dass sie immer wieder die Spannung vorantreiben und so der Plot nicht langweilig wird. Klar ist, dass für den heutigen Leser diese “Schmonzetten” oft recht altbacken wirken.

Die deutschen Verlage waren Anfang der 1950er-Jahre angehalten, nicht zu viel Gewalt und schon gar keine Gewaltverherrlichung in ihre Romane einfließen zu lassen. Dennoch gelang es einigen deutschen Autoren in diesem uramerikanischen Genre gut Fuß zu fassen und die damalige Lesergemeinschaft zu begeistern, wenn auch ihre Romane in Amerika selbst wohl kaum ähnliche Beachtung gefunden hätten.

Auch hier ist es wieder so, dass ich in jungen Jahren mit diesen Texten meine Probleme hatte, denn da waren die Bastei-Western schon etwas härter gestrickt, aber die las ich auch erst in den 1970er-Jahren. In den letzten 10-20 Jahren hat sich meine Lesegewohnheit doch etwas gewandelt, sodass ich auch mit viel weniger Action zufrieden bin, wenn der Plot an sich gut geschrieben ist – was bei A. K. Burmester alias Axel Berger oder alias Geo Barring der Fall ist.

Bei diesem Roman hat man das Gefühl, das Gras und die Rinder zu riechen, aber ebenso den aufgewirbelten Staub in der Prärie wie in der Stadt. Es ist schon eine Kunst, mit sehr viel Dialog so etwas zuwege zu bringen.

Obwohl hier das komplette Leihbuch abgedruckt sein soll, scheint mir doch, als wäre der Schluss etwas gestrafft worden. Ein, zwei Sachen hängen für mein Empfinden in der Luft. Da fehlt mir einfach die ausführlichere Erläuterung, warum und weshalb jetzt genau dieser oder jener der wahre Rädelsführer ist. Oder der Autor war der Meinung, dass es so auch genügt und damit gut ist …

Sehr guter Schreibstil, ausgefeilte Dialoge und mit einem fast kompromisslosen Showdown!
Hohe Empfehlung für Leser, die diese Art von Western mögen.

Gottfried Marbler, Januar 2022


 Bewertung

9 von 10 Revolverkugeln



(c) Pulverrauch 2020-2022 - Kontakt & Impressum